Wollverarbeitung Astrid Weinrich
Die Wollverarbeitung ist historisch belegt und reicht zurück bis in die jüngere Steinzeit. Nach alten Überlieferungen wurden Wollbüschel der Tiere von dornigen Sträuchern und an Bäumen eingesammelt, wo sie von Mammut und Wildrind beim Durchstreifen hängen blieben. Diese wurden mittels Handspindel (Stab mit Steinscheibe) verarbeitet.
In Begleitung meines Mannes, dem Schnitzer/Holzbildhauer führe ich bei Veranstaltungen dieses alte Handwerk vor, wobei interessierte Besucher auch selbst einmal probieren dürfen.
Erst im 13. Jahrhundert verbreitete sich das Spinnrad in Europa. Bis zur Erfindung der Spinnmaschinen im 18. Jahrhundert wurde damit die Wolle hergestellt. Durch die zunehmende Industrialisierung geriet das Spinnrad immer mehr in Vergessenheit und ca. 2 Generationen kennen dieses Handwerk nicht mehr. Aufgrund großem Interesse von Besuchern wird es ebenfalls gezeigt.
Außer klassischem Schafwoll-Vlies werden von mir auch Katzen- und Hundehaare, die bei der Fellpflege anfallen, zu Garn verarbeitet.
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Spinnen
Haben wir einen Sack Schafwolle erworben, so wird diese, am Besten im Freien, ausgebreitet und grob verlesen. Stark verschmutzte und sehr kurzhaarige Vlies-Stücke ausgesondert, ebenso Strohhalme.
Danach wird büschelweise fein sortiert, verklebte Locken abgeschnitten, Grassamen ausgelesen und anschließend auf der Kardiermaschine oder mit Hand-Karden die Vliese gekämmt.
Die heruntergenommene Wolle in einem dicht zugebundenen Sack bis zum Verspinnen aufbewahren.
Wir verarbeiten diese Wollbüschel ungewaschen. Dies erfolgt erst nach dem Spinnen/Zwirnen im handwarmen Wasser mit Wollwaschmittel/Shampoo. Die Stränge benötigen einige Tage zum Durchtrocknen! Erst völlig trockene Wolle zum Knäuel aufwickeln.
Nun ist sie fertig zur Weiterverarbeitung zu Socken, Westen, Tüchern o.a. Strick- und Häkelwaren.
Schafwolle hat eine eigene angenehme Wärme und lässt sich nicht mit synthetischem Garn vergleichen.
Filzen
Wollvlies dient nicht nur zum Spinnen, Färben, Stricken, es kann auch wunderbar zum Filzen verwendet werden.
Wir bevorzugen das Filzen mit der Nadel, denn es ist eine trockene Angelegenheit und kann überall leicht durchgeführt werden.
Zum Filzen eignen sich gewaschene, kardierte Wollbüschel oder fertig erhältliche Märchenwolle. Mithilfe spezieller Filznadeln entsteht durch wiederholtes Einstechen eine gefilzte Form/Figur.
Hier sind unserer Kreativität viele Möglichkeiten gegeben. Von der Gestaltung kleiner flacher oder plastischer Formen für Karten und Schmuck, bis hin zu Wandbildern, Figuren, befilzten Schaltüchern oder Taschen, lässt sich das verschiedenfarbige Wollvlies einsetzen.
 
Paul beim Ostereierfilzen
Filzen ist für Kinder ab 9 Jahren gut geeignet und kann bei uns erlernt werden.
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